Amazon-Business-Preise: wann sie sich lohnen und wie man staffelt
Veröffentlicht am 21. September 2026
Ein Business-Preis gehört auf jedes Produkt, auch wenn du bisher kaum an Geschäftskunden verkaufst. Registrierte Geschäftskunden sehen ihn schon in den Suchergebnissen, also bevor sie überhaupt auf ein Produkt klicken. Fehlt er, konkurrierst du bei dieser Käufergruppe mit dem normalen Preis gegen Anbieter, die einen niedrigeren zeigen. Die Mengenstaffel leitest du aus deiner eigenen Bestellhistorie ab, nicht aus einer Faustregel.
Wie lege ich die Mengenstaffel fest?
Schau in deine Bestellungen der letzten Monate: Welche Stückzahlen kaufen Kunden, die mehr als ein Exemplar nehmen, typischerweise? An diesen Mengen setzt die Staffel an. Liegt die häufigste Mehrfachbestellung bei fünf Stück, ist eine Rabattstufe bei drei Stück verschenkte Marge.
In einem betreuten Konto haben wir auf dieser Grundlage eine Staffel von 5, 7 und 10 Prozent mit steigender Stückzahl eingerichtet. Das ist ein Beispiel, kein Richtwert. Welche Prozentsätze tragbar sind, hängt davon ab, wie viel Deckungsbeitrag pro Stück übrig bleibt, nachdem alle Gebühren abgezogen sind. Welche Posten dabei in die Rechnung gehören, steht auf der Seite zu den Verkaufsgebühren.
Brauche ich eigene B2B-Kampagnen?
Am Anfang nicht. Der einfachere Schritt ist, in den bestehenden Keyword-Kampagnen den Gebotsaufschlag für die Platzierung bei Geschäftskunden zu erhöhen. So erreichst du diese Käufer, ohne eine zweite Kampagnenstruktur zu pflegen. Ob es wirkt, zeigt der Platzierungsbericht.
Eigene B2B-Kampagnen lohnen sich erst, wenn zwei Dinge zutreffen:
- Die Artikel haben einen hinterlegten Business-Preis. Ohne ihn fehlt die Voraussetzung.
- Es gibt bereits sichtbaren Umsatz mit Geschäftskunden. Dann ist eine eigene Kampagne ein Test auf bestehender Nachfrage und kein Versuch, sie erst zu erzeugen.
Am ehesten lohnt es sich bei Artikeln, die in größeren Mengen oder für Objekteinrichtungen gekauft werden. Bei klassischen Endkundenprodukten würden wir mit eigenen Kampagnen warten, bis der Platzierungsbericht überhaupt nennenswerte Nachfrage von Geschäftskunden zeigt.
Was wir dazu noch nicht belastbar sagen können
Wie stark ein Business-Preis den Anteil der Geschäftskunden am Umsatz tatsächlich verschiebt, haben wir bisher nicht sauber gemessen. Dafür bräuchte es einen Vergleich desselben Sortiments mit und ohne Business-Preis über denselben Zeitraum, und den gibt es in unseren Konten nicht. Wir empfehlen den Business-Preis trotzdem, weil der Aufwand gering ist und die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen sofort da ist.
Und wie bei jeder Preisänderung gilt: Ändere nicht gleichzeitig Preis und Werbung. Sonst lässt sich hinterher nicht mehr sagen, welche der beiden Änderungen gewirkt hat. In welchem Takt man die Wirkung prüft, steht auf der Seite zu den Amazon-Kennzahlen.