Amazon-FBA-Rechner: Deckungsbeitrag, Lagerkosten und Break-even-ACoS

Veröffentlicht am 23. September 2026

Dieser Rechner zeigt dir, was von einem Verkauf übrig bleibt — nach Verkaufsgebühr, FBA-Versandgebühr, Lagerkosten, Retouren und Werbung. Er rechnet zwei Posten mit, die in den meisten Rechnern fehlen: die Lagerkosten je Stück, die im vierten Quartal fast das Doppelte kosten, und den Anteil der Retouren, der nicht wieder verkäuflich ist. Am Ende steht der Break-even-ACoS — der Werbekostenanteil, ab dem ein zusätzlicher Verkauf dich Geld kostet.

Verkauf

Lager und Retouren

Nettoerlös25,13 €
Verkaufsgebühr (Alles andere)− 4,49 €
FBA-Versandgebühr− 3,90 €
Einkaufspreis− 7,50 €
Lagerkosten (0.0045 m³ × 52,20 € × 2 Monate)− 0,47 €
Retouren− 0,38 €
Deckungsbeitrag vor Werbung8,39 €
Werbekosten− 2,00 €
Deckungsbeitrag je Stück6,39 €

Marge vom Netto

25,4 %

Break-even-ACoS

28,1 %

Die Rechnung läuft vollständig in deinem Browser. Es werden keine Eingaben übertragen, gespeichert oder ausgewertet. Gebührensätze aus der Amazon-Preisliste für Verkaufspartner, abgerufen am 23.09.2026. Amazon ändert diese Sätze — prüfe vor einer Entscheidung den aktuellen Stand.

Welche Posten zieht Amazon vom Verkaufspreis ab?

Vier Posten treffen praktisch jeden FBA-Artikel: die Verkaufsgebühr (früher Vermittlungsgebühr), berechnet auf den Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer und je nach Kategorie zwischen 7 und 15 Prozent; die FBA-Versandgebühr je Einheit, abhängig von Maßen und Gewicht; die monatliche Lagergebühr nach Volumen; und die Rücksendungen, bei denen neben der Bearbeitung vor allem der Warenwert der unverkäuflichen Rückläufer zählt.

Die FBA-Versandgebühr hängt von der Größenklasse des einzelnen Artikels ab und lässt sich nicht sinnvoll schätzen — nimm den Wert aus deiner Abrechnung oder aus dem Rechner im Seller Central und trag ihn oben ein. Welche Posten sonst noch in die Kalkulation gehören, steht auf der Seite zu den Verkaufsgebühren.

Wie rechne ich die Lagergebühr auf ein einzelnes Stück um?

Amazon berechnet die Lagergebühr je Kubikmeter und Monat, nicht je Stück. Die Umrechnung geht so: Länge mal Breite mal Höhe in Zentimetern ergibt das Volumen, geteilt durch eine Million das Volumen in Kubikmetern. Dieses Volumen mal dem Monatssatz mal der Anzahl Monate, die eine Einheit durchschnittlich liegt, ergibt die Lagerkosten je Stück. Die Lagerdauer schätzt du über die Bestandsreichweite: Bestand geteilt durch monatlichen Absatz.

GrößenklasseJanuar–SeptemberOktober–Dezember
Standardgröße, alle Kategorien außer Bekleidung27,54 €52,20 €
Standardgröße, Kleidung, Schuhe, Taschen, Brillen19,99 €29,23 €
Übergröße21,78 €34,49 €
Gefahrgut, Standardgröße30,00 €50,51 €
Gefahrgut, Übergröße27,50 €43,89 €

Angaben je Kubikmeter und Monat, Marktplatz Deutschland. Quelle: Amazon, Preisgestaltung für Verkaufspartner, abgerufen am 23.09.2026.

Dazu kommen zwei Zuschläge, die dieser Rechner bewusst nicht automatisch ansetzt, weil sie vom gesamten Konto abhängen und nicht vom einzelnen Artikel: ein Aufschlag für Altbestand ab 241 Tagen Lagerdauer und ein Aufschlag für die Lagernutzung, wenn dein Bestand gemessen am Absatz mehr als 22 Wochen reicht. Wenn deine Bestandsreichweite über sechs Monaten liegt, rechne mit beiden. Warum das gerade die Q4-Planung betrifft, steht auf der Seite zur Q4-Vorbereitung.

Was sagt mir der Break-even-ACoS?

Der Break-even-ACoS ist der Werbekostenanteil, bei dem ein zusätzlicher Verkauf genau null Gewinn bringt. Er ergibt sich aus dem Deckungsbeitrag vor Werbung geteilt durch den Umsatz. Liegt dein tatsächlicher ACoS darunter, verdient die Kampagne Geld; liegt er darüber, kaufst du Umsatz.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens die Bezugsgröße: Werbeberichte weisen den Umsatz anders aus als deine Buchhaltung, deshalb kannst du oben zwischen brutto und netto umschalten — vergleiche immer auf derselben Basis, sonst ist der Wert wertlos. Zweitens ist der Break-even-ACoS eine Grenze und kein Ziel. Bei einem Produkt, das organisch trägt, ist ein deutlich niedrigerer Wert richtig; bei einem Neuprodukt kann ein höherer Wert für eine begrenzte Zeit sinnvoll sein. In welchem Takt man ACoS und TACoS überhaupt anschaut, steht auf der Seite zu den Kennzahlen.

Der häufigste Fehler in solchen Rechnungen

Nicht die Gebühren werden falsch eingetragen, sondern die Retouren. In vielen Kalkulationen taucht nur die Bearbeitungsgebühr auf, nicht der Warenwert der Rückläufer, die nicht wieder in den Verkauf gehen. In Kategorien mit hoher Rücksendequote ist das der größte einzelne Kalkulationsfehler, den wir in Konten sehen — und er fällt nicht auf, weil er auf keiner Artikelabrechnung steht. Deshalb hat dieser Rechner zwei getrennte Felder dafür: die Quote und den Anteil, der davon verloren ist.

Der zweite Fehler ist der Zeitpunkt. Eine Rechnung, die im Januar aufgestellt wurde, gilt im Oktober nicht mehr — dieselbe Einheit kostet im Lager dann fast das Doppelte. Wer im vierten Quartal mit den Sätzen des restlichen Jahres kalkuliert, hält Artikel für profitabel, die es in genau diesen drei Monaten nicht sind.